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Amüsantes und
Wissenswertes
Eichsfelder Volksbräuche zu Advent und Weihnachten
Mit dem 1. Advent beginnt die Vorweihnachtszeit, die schönste Zeit des Jahres. Mit diesem Fest beginnt aber auch ein neues Kirchenjahr und der weihnachtliche Festkreis, der bis Mariä Lichtmess am 02.02. andauert. Höhepunkt dieses Festkreises ist das Weihnachtsfest.

Eine herausragende Stellung nimmt in diesem Zusammenhang der 06.12. ein, der Tag des heiligen Nikolaus. Er gilt als einer der volkstümlichsten Heiligen und wird verehrt im Morgen- und Abendland. Der Legende nach soll er ein großer Freund der Kinder gewesen sein. Besonders wegen der Gaben am Nikolausabend wird der Nikolaustag auch heute noch vor allem von den Kindern sehnsüchtig erwartet. In der Hoffnung, St. Nikolaus werde ihre Wünsche erfüllen, stellten zum Beispiel in Duderstadt die Kinder bis in die 1920er Jahre hinein am Abend vor dem Festtag so viele Teller auf die einzelnen Stufen der Haustreppe, wie Kinder in der Familie vorhanden waren. Und fast im-mer waren am nächsten Morgen die Teller mit Süßigkeiten, Hasel- und Pfeffernüssen sowie Äpfeln gefüllt.
In anderen Dörfern erschien der Nikolaus oft in Begleitung von "Knecht Ruprecht", der ausgestattet mit Rute und Sack, die Kinder vor der Bescherung examinierte und dabei häufig - besonders die Kinder, die im Laufe des Jahres nicht immer folgsam waren - in Angst und Schrecken versetzte.
Das Weihnachtsfest bildet den Höhepunkt des weihnachtlichen Festkreises und entsprechend hoch ist sein Stellenwert im Eichsfelder Brauchtumskalender. Der Christbaum und der Lichterglanz erfreut das Gemüt von Jung und Alt. Viele Bräuche zum Christfest wurden wohl dem altgermanischen Julfest entnommen, an dessen Stelle im frühen Mittelalter das Weihnachtsfest gesetzt wurde. Diesem altgermanischen Hauptfest ist wohl auch das Schenken zu verdanken, denn bereits unsere Vorfahren beschenkten sich anlässlich des Julfestes, das vom 25.12. bis zum 06.01. dauerte, mit Äpfeln und Nüssen. Dagegen scheint der Brauch, einen Weihnachtsbaum aufzustellen und üppig zu schmücken, in Deutschland erst um 1600 aufgekommen zu sein.
Nach dem Eichsfelder Volksglauben kommt der Christnacht noch weitere Bedeutung zu: in dieser Nacht muss das Trinkwasser für das Vieh aus einer fließenden Quelle geschöpft werden. Um die Obstbäume vor der Unbill der Witterung zu schützen, werden sie in dieser Nacht mit Strohseilen umwickelt. Wenn es dabei aber vollständig windstill ist, muss man die Bäume schütteln, um auf eine gute Obsternte zu rechnen.

Das Weihnachtsfest setzt auch den Beginn der so genannten 12 heiligen Nächte auch Wynächte oder Zwölfnächte genannt. Um keine Geschwüre zu bekommen, darf man in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr keine Hülsenfrüchte essen. Untersagt ist es in dieser Zeit der Hausfrau, Wäsche zu waschen und auf der Leine hängen zu las-sen, weil sonst ein Toter im Hause ist.
Auch für das Wetter besaßen diese Nächte - dem eichsfelder Volksglauben nach - große Bedeutung. Es war vorbedeutend für die kommenden 12 Monate des Jahres. Danach bestimmte zum Beispiel der 25.12. das Wetter für Januar des kommenden Jahres, der 26.12. für Februar und so weiter. Ja, sogar der Schneefall blieb während der genannten Zeit nicht ohne Einfluss auf das menschliche Leben. Fallen nämlich große Schneeflocken, so sterben im neuen Jahr in erster Linie alte Leute, während feiner Schneefall eine bevor stehende große Kindersterblichkeit anzeigt.

 

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