Logo
Amüsantes und
Wissenswertes
Der Bürgermeister als erster Archivbenutzer
Am 25. September ist der zweite Tag der Archive. Die Archive des Bundes und der Länder, die Staatsarchive, Kirchen-, Firmen-, Parlamentsarchive und über 1000 Stadtarchive, zeigen ihre schönsten und interessantesten Archivalien und stellen daneben ihre Alltagsarbeit vor. Auch das Stadtarchiv Duderstadt wird sich präsentieren. Archive sind das Gedächtnis der Verwaltung, sagte man früher. In einer modernen demokratischen Gesellschaft sind Archive das kollektive Gedächtnis verschiedener sozialer Gruppen.
Bild:Das heutige Stadtarchiv um 1920
Das heutige Stadtarchiv um 1920
Gemessen am Alter der Institution ist das Gebäude des Stadtarchivs jung- nicht einmal ein-hundert Jahre. Es wurde 1909 an Stelle von drei verschwundenen Fachwerkhäusern als evan-gelische Knabenschule erbaut mit einem Nebengebäude auf dem Schulhof, das in Zeiten einer fehlenden Kanalisation als Latrinenhäuschen Platz für zwei Wagen bot, die in regelmäßigen Abständen entsorgt wurden. Nach dem Bau der Abwasserleitung wurde dieses Gebäude zur Turnhalle der Schule, nach 1944 zur Kantine für die „Kinderlandverschickten“ ausgebombten Schüler aus Hannover, ausgebaut. Sie hatten im Haupthaus ihre Schlafsäle – die Schule fiel natürlich aus. 1980 zog das Archiv in das Gebäude, das auch einmal die Berufsschule und die Handelsschule beherbergt hatte.
Das Archiv hatte zuvor im Kreuzgratkeller des Kophuses unter dem Großen Sitzungssaal sei-nen Platz, seit es in Duderstadt eine schriftliche Verwaltung gibt. Die älteste Urkunde des Archivs ist von 1266 – ein Ritter von Berlingerode verspricht zur Sühne für einen Totschlag einen Kreuzzug nach Preußen. Schriftlich festgehalten wurde alles was wichtig war: das Stadtrecht, die Steuerhöhe, die Teilnahme an den Wachtdiensten und Bußgelder. Das Archiv war die „juristische Waffenkammer“ der Stadt, sein Inhalt geheim. Nur der Bürgermeister und der Stadtschreiber durften hinein. Bürgermeister Johannes Barckefeldt war dann auch der erste Benutzer – er schrieb die Urkunden ab und verfasste eine Stadtgeschichte, weil er im Winter 1682/83 viel Zeit hatte. Wegen einer grassierenden Pest hatten Truppen des Erzbisch-ofs die Stadt umzingelt und verhinderten jedes Betreten oder Verlassen der Stadt. Der zweite Benutzer des Archivs kam erst 1802 – es war Johann Wolf, der „Vater der eichsfeldischen Geschichtsschreibung“ und Verfasser der zweiten Stadtgeschichte. Zwei Benutzer, in 120 Jahren - dieser Nutzungsfrequenz vergangener Jahrhunderte stehen heute Benutzungszahlen von 160.000 Zugriffen aus dem Internet im Jahr aus Australien, Amerika und fast allen Staa-ten Europas gegenüber, die auf das "Digitale Archiv Duderstadt“ unter der Adresse www.archive.geschichte.mpg.de/duderstadt/dud.htm zugreifen können. Am Sonntag um 15.00 Uhr und um 16.30 Uhr wird aber den Duderstädter Bürgern auch ganz konventionell eine persönliche Führung durch das Archiv angeboten.
 

Stadt Duderstadt
https://www.duderstadt.de


1075 Jahre Duderstadt
1075 Jahre Duderstadt
Veranstaltungen
[22.06.2018 - 23.09.2018]Dem Vergessen entrissen!
[20.09.2018 19:30 Uhr]Geschichten von Menschen und Zügen
[21.09.2018 21:00 Uhr]Erlebnisführung "Laterne, Horn und Hellebarde"
[22.09.2018 14:30 Uhr]Auf ein Stündchen mit dem Scharfrichter
[24.09.2018 09:00 Uhr - 15:00 Uhr]Karriereberatung der Bundeswehr
SuchenVeranstaltungenWeitere Termine