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Amüsantes und
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Die Duderstädter Handwerker
Der Handwerkermarkt vom 14./15. August knüpft an alte Duderstädter Traditionen an. Seit Jahrhunderten verkaufen die in Gilden oder Zünften organisierten Handwerker auf Wochen- oder Jahrmärkten - davon gab es sechs - ihre Waren. Schon 1273 wurde die Bäckergilde erwähnt, die vom Rat ein Haus zum Verkauf von Brot mietete. Auch die Schumacher und die Metzger oder Knochenhauer hatten eigene Verkaufsplätze mit dem "großen" und dem "kleinen" Schuhhof an der Marktstraße in der Nähe des Rathauses und einer Anzahl von Scharren - Fleischverkaufsständen, die der Scharrenstraße ihren Namen gegeben haben. Die Wollweber mussten sich einer besonderen Qualitätskontrolle unterziehen - in der städtische "Legge" wurden gegen eine Gebühr Duderstädter Tuche mit einem Gütesiegel versehen - das geschah zwischen den beiden Steinsäulen im Kophus.
Bild: St. Rochus - Schutzpatron der Maurer (Gildeleuchter in der St.-Cyriakus-Kirche)
St. Rochus - Schutzpatron der Maurer (Gildeleuchter in der St.-Cyriakus-Kirche)
Zwischen 1273 und 1337 entwickelten sich insgesamt sieben Gilden: die vornehme Wandschneider- oder Kaufmannsgilde, die die von den Wollwebern gefertigten Tuche verkaufte, die Schumacher, die Knochenhauer oder Metzger, die Leineweber, die Schmiede und die Bäcker. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts kamen die Schneider und die Böttcher dazu.
Im Jahre 1802 wurden 15 Gilden gezahlt, am zahlreichsten waren die Schumacher und die Metzger mit 85 und 82 Meistern, die kleinste Gilde war die der Drechsler (2) und der Töpfer (6). Zu den acht Schmieden gehörte ein Klempner, zu den acht Schlossern ein Uhrmacher und ein Büchsenmacher - insgesamt gab es 440 Handwerksmeister bei etwa 770 Haushalten. Neben den organisierten Handwerkern gab es stets die nicht organisierten, die "Gemeinheit".

Die Gilden waren nicht nur wirtschaftliche Interessenverbände, die die Zahl der Konkurrenten beschränkte, Regelungen für die Produktion aufstellte, die Wahl des Obermeisters und seines Stellvertreters regelte und die Regeln für den Erwerb der Meisterschaft festlegten. Sie waren zugleich auch religiöse und soziale Verbände, die gemeinsame Gottesdienste feierten und die Witwen- und Waisenversorgung organisierten. Kompliziert wurde es bei den großen Prozessionen - jede Gilde wollte gern ihren Rang und ihre Würde betonen, in dem sie an der Spitze der Prozession ging. Gildeleuchter und Gildefahnen wurden mitgetragen - in der Prozessionsordnung hatten die Bäcker die erste Position unmittelbar nach dem Rat.

Die Gilden waren stets auch Sprachrohr einer großen Gruppe innerhalb der städtischen Bevölkerung, sie stärkten das demokratische Element in der Stadtverfassung. Schon 1388 forderten sie die Einsetzung eines Kontrollorgans ("Achtmänner") gegenüber dem patrizischen Rat, damit alle Duderstädter gleiches Recht genießen sollten, seien sie "groß oder klein, arm oder reich".
 

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