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Amüsantes und
Wissenswertes
'Eine Poststation im Städtlein Duderstadt...'
... regte der Kurfürst von Brandenburg 1693 bei dem eichsfeldischen Landesherrn, dem Kurfürst von Mainz, an. Das ist der Beginn einer über dreihundertjährigen Postgeschichte für Duderstadt, die gegenwärtig mit dem Hin und Her über Poststationen, einen am Stadtrand gelegenen Zustellstützpunkt und private Zustelldienste gekennzeichnet ist.

In Duderstadt gab es seitdem eine Poststation der brandenburgischen Fahrpost auf der Nebenlinie Halberstadt-Kassel, die zur Strecke von Berlin nach Frankfurt gehörte. Gleichzeitig gab es in Duderstadt aber auch eine Reichspost unter der Verwaltung des Reichs-Erb-Postmeisters Fürst von Taxis, der in Regensburg residierte. Die brandenburgische Post und die Reichspost einigten sich darauf, den Duderstädter Postmeister gemeinsam je zur Hälfte zu besolden. Der Postmeister brauchte ein großes Grundstück mit vielen Ställen in der Stadt, denn er hatte immer 20 Pferde für die Postkutschen vorzuhalten. Die Taxische Post führte nach Erfurt und Nürnberg.
Duderstadt wurde zum Zentralort des europäischen Postverkehrs zwischen Oberitalien, Südfrankreich über Nürnberg und Augsburg nach Berlin und in das nördliche Europa.
Die Post transportierte Briefe, Pakete und Menschen. Natürlich waren durch die schlechte Beschaffenheit der Straßen, durch Witterung und Leistungsfähigkeit der Tiere der Präzision des Fahrplans Grenzen gesetzt. In Duderstadt kam die Post aus Mühlhausen über Worbis am Sonntagnachmittag um drei Uhr an und verließ die Stadt am Montag früh um fünf in Richtung Northeim und Einbeck auf dem Weg nach Braunschweig und Hannover. In der Regel unterhielt der Posthalter daher auch ein Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit. Für die Langeweile der Wartezeit hatte er einen Leseraum mit aktuellen Zeitungen, zu denen auch die heute verschollene "Montägige Ordinäre Duderstädter Zeitung" gehörte. Briefträger gab es in dieser frühen Zeit ebensowenig wie Briefmarken, die Post wurde auf dem Postamt abgeholt.

Bild: Alter Posthof (jetzige KVHS) nach 1852 (Luftbild 1979)
Alter Posthof (jetzige KVHS) nach 1852 (Luftbild 1979)
Poststationen gab es in Duderstadt in der Jüdenstraße, sie wechselte später an die Marktstraße im Bereich des heutigen Elektrohauses Kortekamp und ebenfalls an der Marktstraße gab es nach 1852 im Haus der heutigen Kreivolkshochschule die alte Posthalterei. Wohl älter ist die Poststation auf dem Gelände des heutigen Textilgeschäftes E&R, nach dem die Löwengasse bis 1928 Postgasse hieß. In der Tradition der alten Postgasthöfe gab es dort um 1900 noch den Gasthof "Zum schwarzen Adler". 1899 wurde das "Kaiserliche Postamt" in der Jüdenstraße vollendet.
Konflikte zwischen Stadt und Posthalter gab es vor allem wegen der zu geringen Zahl von Pferden für die Extraposten, die sich reiche Reisende leisten konnten und die die Planung durcheinander brachten. Konflikte gab es aber auch schon im 18. Jh. um die Höhe der Posttarife – wegen der Kosten für eine Wertsendung von einigen Hundert Thalern nach Hamburg gerieten ein Duderstädter Bürger und der Postmeister zunächst verbal, dann auch körperlich aneinander bis der Bürger dem Beamten ein deftiges und auch heute noch bekanntes und beliebtes Schimpfwort zurief. Das konnte die Obrigkeit natürlich nicht dulden, und der Übeltäter erhielt eine viertägige Haftstrafe bei Wasser und Brot, die er "unter dem Rathaus" absitzen mußte.
 

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