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Amüsantes und
Wissenswertes
Ein Schatz im Stadtarchiv
Im Stadtarchiv gibt es einen grünen Metallkasten, dessen Inhalt die Stadt von allen finanziellen Sorgen befreien könnte - Billiarden an Mark. Nur leider handelt es sich nur um Notgeldscheine aus der Inflationszeit nach dem Ersten Weltkrieg, die mit der Währungsreform vom November 1923 wertlos geworden sind und von ihren Besitzern bei der Stadtverwaltung umgetauscht wurden. Unter den zahlreichen lappigen, verknickten und verschmutzten, vom Geldumlauf gekennzeichneten Millionen- und Milliardenscheinen fallen einige auf, die neu und unbenutzt sind. Es handelt sich um Notgeldscheine mit dem höchsten Nominalwert, der je in ganz Deutschland gedruckt worden ist - 5 Billionen Mark. Die Kaufkraft des Geldscheins dürfte 1923 etwa einem US-Dollar entsprochen haben.
Bild: Notgeldschein
Notgeldschein
Die bei der Druckerei Hövener in Duderstadt angefertigten Notgeldscheine sind gültig, tragen die Unterschrift des Senators Hartmann, sind fortlaufend gestempelt und mit dem Siegelstempel der Stadt beglaubigt - aber sie sind nie im Umlauf gewesen. Datiert sind sie auf den 25. November 1923, aber bereits am 23. November 1923 hatte im Deutschen Reich die Währungsumstellung auf die Rentenmark stattgefunden. Der vorsorgliche Akt des Bürgermeisters Preitz, neue Noten zu drucken, war überflüssig gewesen und trug ihm nun auch noch Ärger mit der vorgesetzten Behörde ein.

Notgeldscheine aus den zwanziger Jahren, von Gemeinden und Firmen in Umlauf gesetzt, graphisch und farblich oft aufwendig gestaltet, sind heute vor allem bei Münzsammlern bekannt und ein beliebtes Sammelobjekt. Das auffälligste Kennzeichen des Duderstädter Notgeldscheins ist das aufwendig gestaltete Stadtwappen mit den beiden Leoparden, mit einer sorgfältig gestalteten Helmdecke und Helmzier über dem Wappenschild. Die Rückseite ist unbedruckt - nach heutigen Kriterien würde der Geldschein wohl kaum als fälschungssicher gelten. Wahrscheinlich hätte aber der Aufwand des Fälschens kaum gelohnt. Der Grund für die vielfältigen Notgelddrucke auf der lokalen Ebene war die schnelle Geldentwertung in der "galoppierenden Inflation" des Jahres 1923, während der das Geld schon seinen Wert verlor, als es noch auf dem Transport von der zentralen Notenpresse in die Provinz war.
 

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