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"Uhse Schüttenhoff" - Notizen zu einem der "vorzüglichsten Bürgervergnügen" im alten Duderstadt
"Schüttenhoff" ist nicht etwa eine altertümliche Ortsbezeichnung. Vielmehr handelt es sich um das Schützenfest selbst, welches in Duderstadt seit dem späten Mittelalter an verschiedenen Standorten und seit 1543 kontinuierlich auf der Talwiese abgehalten wird. Erstmals taucht der Begriff "Schützenhof" in der "Ordnung der Schützen Brüderschafft zu Duderstadt" von 1678 auf. Vorher wurden die Festschießen als "kurtzweilige, lustbarliche und ergetzliche Gesellschafft" angekündigt (Ladschreiben vom 27. August 1581).
Bild: Der Duderstädter Schützenhof auf der Talwiese. Detail eines kolorierten Stichs um 1837
Der Duderstädter Schützenhof auf der Talwiese
Der Duderstädter Schützenhof, Jahrhunderte lang die größte und wichtigste Festveranstaltung des Jahres, erlebte eine besondere Blüte zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Zeitgenössischen Berichten zufolge gehörte er zu den festlichsten und angesehensten Schützenhöfen im ganzen Umkreis, der eine "ungeheure Anzahl Fremder aus weit entlegenen Städten und Dörfern" anzog. Eine viel bewunderte Attraktion waren die über 100 halbmondförmig aufgestellten Zelte, die etliche Stadtbewohner als zeitweiliges Domizil während der Schützenfesttage nutzten. "In der Zeit herrscht allhier Wohlleben und Aufwand" - vermerkt ein Kenner der deutschen Schützenhöfe (J. C. Hendel, Halle 1803) - "und obwol der Duderstädter sonst öconomisch, fleißig und arbeitsam ist, so zeigt er sich doch beym Schützenfest galant, und wer das ganze Jahr zu Fuß geht, lässt sich doch in diesen Tagen zum Schützenplatz fahren, obgleich solcher nur einen Büchsenschuß von der Stadt entfernt ist."

Für die Schützen selbst war das beliebte Traditionsfest schon wegen der begehrten Braugewinne unverzichtbar, die 1716 anstelle der vorher üblichen Geld- oder Tuchgewinne eingeführt wurden: Der beste Schütze am Hauptstand gewann einen halben, die Sieger vom Pirsch- und vom Freistand je einen viertel Brau (bis 1853). Das Privileg steuerfreien Brauens garantierte den Preisträgern einen äußerst lukrativen Zugewinn. Noch lange nannten sie sich "Braugewinner", bis sich um Mitte des 20. Jahrhunderts allmählich der heutige Titel "Schützenkönig" einbürgerte.

Maria Hauff
 

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