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Die Abgebrannten von Duderstadt
Weit stärker als den meisten Einheimischen bewusst ist, haben Brände und Brandkatastrophen das Bild der Stadt Duderstadt geprägt. Nicht nur eine chronikalische zeitgenössische Aufzeichnung, sondern auch eine in Stein gemeißelte Inschrift am Westerturm künden von einem Großbrand in der Karwoche 1424, dem die Hälfte der Stadt, 340 Häuser zwischen Obertor und Westertor und über 100 Menschenleben, zum Opfer gefallen sind.
Bild: Brand der Pferdemarkthäuser 1911
Brand der Pferdemarkthäuser 1911
Der Neubau des Westerturms stellte die Befestigungsanlage der Stadt wieder her und die Anlage einer Neustadt, der "Benebenstadt" (heute die Straßenzüge Am Pferdeteich, Christian-Blank-Str., Neutor und Kardinal-Kopp-Straße) waren die Folge dieses ersten großen, historisch bezeugten Brandes. Vielleicht einem noch früheren Stadtbrand zufolge ist der norddeutsche St. Florian, der Hl. Laurentius, Stadtpatron geworden. Einem verheerenden Großbrand von 1720, dem auch der ältere Pöhlder Hof zum Opfer fiel, verdankt die Hinterstraße ihr heutiges Aussehen .

Vor allem aber ist es die Marktstraße, die ihre heutiges Gesicht durch mehrere Brände erhielt. In der früher sogenannten "Oberen" Marktstraße kennzeichnet der Herwig-Böning-Platz gegenüber der Oberkirche St. Cyriakus, seit 1994 im Zuge der Landesausstellung Natur im Städtebau zu einem kleinen Park umgestaltet, die städtebauliche Situation. Bis 1928 hieß der Platz "die Brandstätte". Sie entstand bei dem großen Stadtbrand von 1852, der von hier aus die gesamte nördliche Seite der Marktstraße bis zur Löwenapotheke und Teile der Jüdenstraße vernichtete. Das schmucklose "Industriefachwerk" der Nordseite der Marktstraße, in der Sägemühle hergestellt, unterscheidet sich deutlich von dem individuell gestalteten Schnitzwerk auf der südlichen Seite, für das beispielhaft das Hessesche Haus von 1620 (heute Dr. May) genannt sei.
Auch an der "Unteren Marktstraße" wütete 1915 ein Großbrand, der den Bereich von der Löwengasse bis zur Sackstraße ergriff und auch die Unterkirche St. Servatius nicht verschonte, die in der Folgezeit einen neuen Turmhelm erhielt. Vier Jahre zuvor waren Sackstraße und Spiegelbrücke durch einen Brand vernichtet worden.

Die Obrigkeit war nun überzeugt, dass die stets feuergefährdeten Fachwerkhäuser durch Steinbauten ersetzt werden mussten. Der preußische Regierungsbaumeister von Tettau plante die Neugestaltung der Unteren Markstraße, die trotz der Steinbauweise an die mittelalterlichen Strukturen erinnern sollte. Allerdings setzte er seine Vorstellungen auch gegenüber den Wünschen der Eigentümer so rigide durch, dass noch heute eine Inschrift eines entnervten Hausbesitzers daran erinnert, dass ebenso verderblich wie ein Feuer die Planungswut der Behörden sei.
 

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