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Amüsantes und
Wissenswertes
Duderstadt an der Eisenbahnachterbahn?
Ein munterer Vierzeiler der "Zeitung für’s Eichsfeld" vom 2.11.1889 brachte die große Freude im Untereichsfeld über die Betriebseröffnung der Eisenbahnlinie Wulften - Duderstadt zum Ausdruck.
Bild: Ankunft der Kleinbahn in Duderstadt
Ankunft der Kleinbahn in Duderstadt
"Der Tag ist gekommen,
Den lang wir ersehnt,
Das Dampfroß es schnaubet,
Die Pfeife ertönt."

Am Bahnhof Duderstadts versammelten sich die Festteilnehmer, an deren Spitze Landrat von Oven und Bürgermeister Freericks standen. Die geladenen Gäste und eine Anzahl Einwohner reisten mit dem geschmückten Zug nach Northeim, um dort die auswärtigen Ehrengäste abzuholen. Der Sonderzug fuhr sofort nach Duderstadt zurück. Gemeindevorstände, Beigeordnete, die Ortsbewohner in großer Zahl und Vereine mit Fahnen hatten sich auf den Bahnsteigen der Unterwegsbahnhöfe aufgestellt und empfingen den Zug mit "Hurrah". Am fast schmucklosen Duderstädter Bahnhof hatten sich hunderte von Menschen eingefunden, die den einfahrenden Zug mit brausenden Hochrufen, Böllerschüssen und Musik begrüßten. Das Eisenbahnzeitalter in Duderstadt begann. 1897 erreichte die Strecke Worbis und Leinefelde.
Die Bemühungen zum Bau einer Eisenbahnlinie gingen bis in das Jahr 1846 zurück, in eine Zeit, in der erste regionale Eisenbahnstrecken begannen, langsam zu durchgehenden Linien zusammenzuwachsen. Im Eichsfeld zielten Planungen dahin, eine Hauptbahn entweder in Nord-Südrichtung oder eine Ost-Westbahn über Duderstadt zu bauen. Viele Orte zwischen Großbodungen und Ebergötzen sowie zwischen Herzberg und Leinefelde berührten verschiedene Projekte.
Wenn 1885 die Linie Leinefelde, Worbis, Duderstadt, Herzberg zur Ausführung gekommen wäre, müssten sich die wegen ihrer gewagten Tunnel- und Brückenbauten bekannten Schweizer Bahnen mit einer Eisenbahnachterbahn im Eichsfeld mit ähnlichen Kunstbauten messen lassen. Duderstadt, Brehme, Jützenbach und Fuhrbach hätten bei Eisenbahnkennern ähnlich klangvolle Namen wie Göschenen, Arosa oder Pontresina.
Bis Duderstadt folgt die Planung dieser Linie in etwa der, die 1897 fertiggestellt wurde. Der Schienenstrang knickt nun nach Osten ab und erreicht Ecklingerode. Von hier aus klettert der Zug bei kräftiger Steigung und in enger Tallage nach Brehme, um in einem Viertelkreistunnel unter dem Sonnenstein und der Wenderhütte hindurch nach Jützenbach zu gelangen. Nach kurzer Fahrt im Tageslicht verschwindet die Bahn im s-förmigen Kleebergtunnel und schneidet die Ortslage Fuhrbachs im rechten Winkel. Auf ihrer Weiterreise versteckt sich die Linie unter dem Kreuzberg, führt an Langenhagen vorbei, kommt in Hilkerode an und biegt nach Zwinge im Ellertal ab. Auch die Weiterführung in Richtung Bockelnhagen, Pöhlde und Herzberg wäre nur mit aufwändigen Bauten möglich. Das Projekt wurde verworfen. In den Bereich der Geschichte gehört auch die Bahn Leinefelde, Worbis, Duderstadt, Wulften.

Herbert Pfeiffer
 

Stadt Duderstadt
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