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Amüsantes und
Wissenswertes
Zu wild getanzt ...
In der Walpurgisnacht flogen früher die Hexen auf ihren Besen und der Teufel zum Brocken, und noch heute ist an vielen Orten der Tanz in den Mai üblich. Die Duderstädter seien jedoch erinnert, dass der Rat ihnen in einer städtischen Satzung aus dem 16. Jh. das "zu wilde Tanzen" verboten hat Neben der Satzung gibt es im Stadtarchiv auch ein "Strafbuch", das von 1530 bis 1546 geführt wurde, in dem die Namen der wegen wilden Tanzes bestraften Delinquenten verzeichnet sind und aus dem wir erfahren, dass das Drehen und Schleudern, Hüpfen und Springen beim Tanz als zu wild betrachtet wurden.

Leider gab es auch notorische Wiederholungstäter, die mehrfach die guten Sitten überschritten hatten - nicht nur der Stadtangestellte Hans Klinckhart sondern auch der Ratsherr Valentin Smedt.

Foto: Das älteste Duderstädter Strafbuch 1530 - 1546
Das älteste Duderstädter Strafbuch 1530 - 1546
Das älteste erhaltene Strafbuch der Stadt erlaubt einen Blick in das alltägliche Leben und die Kleinkriminalität des Gemeinwesens. Es geht bei diesen Vergehen nicht an Leib und Leben des Missetäter und nicht um den Hals. Abgeurteilt werden vor dem Ratsgericht in der Laube des Rathauses vielmehr Ordnungswidrigkeiten, die mit einer Geldbuße aus der Welt geschafft werden können. Die Erträge aus der Geldbuße teilen sich Stadt und der Landesherr, der Erzbischof von Mainz, der einmal im Jahr den Oberamtmann auf dem Rusteberg bei Heiligenstadt zur Abrechnung vorbeischickte. Damit alles korrekt abgerechnet werden konnte, wurde das Strafbuch angelegt. Gefängnisstrafen, Körperstrafen oder Ehrenstrafen wie das Stehen am Pranger - er befand sich am Rathaus zum Gropenmarkt hin - brachten keinen finanziellen Ertrag und sind daher nicht im Strafbuch festgehalten.

Besonders häufig finden sich Nachbarschaftsstreitigkeiten, Felddiebstähle, Forstfrevel und Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Injurien, d.h. Beleidigungen, die sowohl durch Worte wie auch durch Taten ausgeführt werden konnten. Manchmal wurden ganze Gruppen bestraft - so etwa dreizehn namentlich genannte Duderstädter Bäcker, die je eine Mark bezahlen mußten. Vermutlich hatten sie zu leichtes Brot gebacken - die übliche Strafe wäre die Bäckertaufe gewesen, ein zwangsweise durchgeführtes Untertauchen im Wasser. Zwei Duderstädter Kaufleute wurden bestraft, weil sie zu kurze Ellen benutzt hatten, die von der städtischen Norm-Elle, die noch heute an der Nordseite des Rathauses zu sehen ist, abwichen. Alle Einwohner in Langenhagen mussten eine Buße entrichten, weil sie in der Fastenzeit Fleisch gegessen hatten.

Gelegentlich werden Straftaten wie Messerstechereien abgeurteilt, aber auch elf Totschläge sind festgehalten. Manchmal wird aber auch nur grober Unfug bestraft, wie die nächtliche Ruhestörung durch Büchsenknallen durch den reichen Patrizier Jacob Hesse, der fünf Mark entrichten musste. Unnötiges Schießen bei Tage kostete eine Mark.

Im Strafbuch finden wir auch Personen, die sonst keine Erwähnung in den städtischen Akten gefunden haben - so z.B. einen "teneuthbreker", den Zähneausbrecher, den "Ahnherren" aller Duderstädter Zahnärzte, der sein Gewerbe vermutlich noch im Wandern ausübte.
 

Stadt Duderstadt
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