Logo
Amüsantes und
Wissenswertes
In Duderstadt - Zänkische Weiber unerwünscht
Das enge Zusammenleben vieler verschiedener sozialer Gruppen auf engem Raum und die Fülle der hier abgeschlossenen Geschäfte führten im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit zwangsläufig zur Ausbildung von Vorschriften, ja zur Herausbildung eines besonderen städtischen Rechts. Für den Bereich der Stadt wurde ein absoluter und allumfassender Friede angestrebt.

Doch trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, Abschreckungs- und Aufklärungsmaßnahmen kamen immer wieder kleinere und größere Delikte vor, wobei die so genannten "Friedensbrüche" die häufigsten Vergehen in Duderstadt ausmachten. Zu ihnen zählten alle Formen von verbalen und tätlichen Auseinandersetzungen sowie die Erregung öffentlichen Ärgernisses wie zum Beispiel Beleidigungen, das Benutzen von Schimpfworten, von denen es zahlreiche gab, aber auch Streitereien, Ruhestörung und Gewaltandrohung. Diese Delikte richteten sich vor allem gegen die "Ehre" des anderen, ein im Mittelalter in allen Ständen hohes und empfindliches Gut. Diese Straftaten oder Vergehen wurden durch die so genannten Ehrenstrafen gesühnt. Dabei handelte es sich vorwiegend um solche Strafen, die durch öffentlich beschimpfende Maßnahmen die Ehre des Delinquenten verletzten oder gar austilgten. Ebenso die von Henkershand vollzogenen Strafen machte auch die Ausstellung am Pranger ehrlos.

Bild: Doppelgeige für Zanksüchtige
Doppelgeige für Zanksüchtige
Im Gegensatz zu dem ehrlosmachenden Pranger zog die etwa seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts existierende Strafe der "Zankgeige" jedoch keine Ehrlosigkeit nach sich. Die "Zankgeige", auch "Halsgeige" oder "Fischers Geige" genannt, zu der in der Regel "zänkische Frauen" verurteilt wurden, war ein aus zwei Teilen zusammenklappbares, mit Metall beschlagenes Holzstück, das Ausschnitte für den Hals und die Hände des Delinquenten besaß. Die "zänkischen Frauen" wurden in Duderstadt zu dieser Strafe meistens wegen "übler Nachrede" und Nachbarschaftsstreitigkeiten verurteilt. Um die Öffentlichkeit zu erweitern und besonders abstoßend zu wirken, wurde die Delinquentin, eingeklemmt in die Zankgeige, durch die Straßen der Stadt bis vor ihre Haustür geführt. Dabei konnte es durchaus vorkommen, dass sie von den Passanten mit Eiern und Steinen beworfen wurde.
 

Stadt Duderstadt
https://www.duderstadt.de


1075 Jahre Duderstadt
1075 Jahre Duderstadt
Veranstaltungen
[22.06.2018 - 23.09.2018]Dem Vergessen entrissen!
[20.09.2018 19:30 Uhr]Geschichten von Menschen und Zügen
[21.09.2018 21:00 Uhr]Erlebnisführung "Laterne, Horn und Hellebarde"
[22.09.2018 14:30 Uhr]Auf ein Stündchen mit dem Scharfrichter
[24.09.2018 09:00 Uhr - 15:00 Uhr]Karriereberatung der Bundeswehr
SuchenVeranstaltungenWeitere Termine