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Amüsantes und
Wissenswertes
Blechnapf und Schulspeisung
Mit dem Aschermittwoch beginnt die alljährliche kirchliche Fastenzeit, die mit dem Osterfest 6 Wochen später endet. Eine über "fünfjährige Fastenzeit" begann für die meisten Deutschen mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zwar hatte eine Bewirtschaftung knapper Güter bereits bei Kriegsbeginn 1939 begonnen, doch bedeutete die Kapitulation vom Mai 1945 einen gravierenden Einschnitt für die Versorgungslage.

Die Ursachen einer drohenden Hungerkatastrophe in den Besatzungszonen waren vielfältig: In den letzten Kriegsmonaten war das deutsche Transportwesen - Eisenbahnen, Bahnhöfe, Straßen, Brücken - nahezu zerstört worden. Es gab keine Arbeiter in der Landwirtschaft: die ausländischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen wurden heim gebracht, deutsche Landarbeiter waren im Heeresdienst gewesen und jetzt in Kriegsgefangenenlagern. Es gab kein Saatgut, keinen Dünger, keine Transportmöglichkeit. Obwohl die Engländer die deutschen Ernährungsämter beibehielten, kam es 1946 und 1947 zu Hungerwintern. "Otto Normalverbraucher" erhielt noch 1600 Kalorien zugewiesen - häufig genug nur auf dem Papier. Krankheiten und Seuchen drohten. Auch der Siegermacht Großbritannien ging es nicht viel besser. In Duderstadt waren diese Auswirkungen ebenfalls deutlich zu spüren.

In Amerika erwachte die Hilfsbereitschaft: Wohltätigkeitsorganisationen organisierten den Versand von "Care-Paketen" - ursprünglich die Rationen für US-Soldaten, die nach dem Friedensschluss mit Japan nicht mehr benötigt wurden. Der Inhalt der Pakete bestand vor allem aus haltbaren Kohlehydraten und Fetten - Mehl, Milchpulver, Eierpulver, Zucker, Marmelade, Schokolade. Care-Pakete wurden vor allem über Wohltätigkeitsorganisationen verteilt, aber auch Privatpersonen mit Verwandten in Amerika konnten sie erhalten. In Duderstadt erfolgte ebenfalls eine Verteilung der Pakete über kirchliche und caritative Organisationen.

Besondere Sorge erregte die Unterversorgung von Kindern. Die Hooverstiftung rief eine Schulspeisungsaktion ins Leben, die über mehrere Jahre andauerte. Bei der Schulspeisung wurden etwa 370 Kilokalorien je Tag ausgegeben - Milchreis, Milchnudeln, Milchbrötchen.

Foto: Duderstädter Blechnapf für die Schulspeisung
Duderstädter Blechnapf für die Schulspeisung
Der abgebildete Alu-Napf stammt aus dem Jahre 1948 und gehörte einem Duderstädter Gymnasiasten, der ihn für die Schulspeisung erhielt. Er kostete 0,80 Mark und wurde bei der Firma Hiemisch ausgegeben.
Das Original wurde 2001 von dem Erstbesitzer dem Heimatmuseum geschenkt und kehrte so nach fast einem halben Jahrhundert nach Duderstadt zurück.
 

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