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Amüsantes und
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Preußische "Lange Kerls" aus Duderstadt
Heute wird der Nachwuchs für die Streitkräfte nach Recht und Gesetz "gezogen". Doch das war nicht immer der Fall! Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein wurden Soldaten auf Vertragsbasis rekrutiert, wobei nicht selten Lug und Trug, aber auch Gewalt mit im Spiele waren.
Bild: Langer Kerl in preußischer Uniform
Langer Kerl in preußischer Uniform
Obwohl der preußische König Friedrich Wilhelm I. mit dem Kantonalsystem 1733 ein neues Rekrutierungssystem eingeführt hatte, blieb die Werbung, die sich auch auf das Ausland erstreckte, noch längere Zeit das einzige Verfahren, neue Soldaten zu gewinnen. Zeitweilig zogen bis zu 1000 preußische Werber durch Deutschland und Europa, um die Berliner Regimenter mit Soldaten zu versorgen. Vor allem die berühmten, ab ca. 175 cm großen "langen Kerls", für die er in Potsdam auf eigene Kosten ein Regiment als Mustertruppe unterhielt, hatten es dem preußischen König angetan, für besonders prächtige "Exemplare" zahlte er Liebhaberpreise bis zu mehreren tausend Talern.

Auch das kurmainzische Eichsfeld blieb von der Werbung, die teilweise den Charakter einer Menschenjagd annahm, nicht verschont. Am 07.01.1728 wurden zwei Bauernsöhne aus Hilkerode, Hans Stange und Jacob Böning, von zwei Werbern in preußische Kriegsdienste eingeworben. Am 13.12.1728 wurde in Duderstadt ein preußischer Werber verhaftet, weil er versucht hatte, zwei Männer außer Landes zu führen, die er auf dem Markt in Dingelstädt angeworben hatte. David Gatzemeyer aus Brehme wurde am 28.02.1731 angeworben und sofort verschleppt. Zwei Werber stellten im November 1732 dem Förster Hundeshagen auf dem Lindenberg in der Weise nach, dass er, wie andere "große leuthe" auch, in ständiger Furcht lebte.

Im Jahre 1735 gehörten Christian Lutemann aus Duderstadt, Valtin Reetz und Lucas Franckenberg aus Nesselröden sowie Hans Georg Eicke aus Brochthausen dem "großen Regiment" in Potsdam an. Weitere acht Soldaten standen in anderen preußischen Regimentern.
Am 11.11.1749 bat der Schneidermeister Johann Christoph Löffler aus Duderstadt die eichsfeldische Regierung um Schutz vor der Inhaftierung wegen Desertion und Rückführung durch preußische Werber. Seit dem 07.02.1737, als er bei Mühlhausen von einem Rittmeister mit Stricken gefesselt, auf ein Pferd gesetzt und entführt wurde, hatte er in preußischen Kriegsdiensten gestanden.
 

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