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Amüsantes und
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Fetter Donnerstag - Alt-Duderstädter Genüsse
Zu den Eichsfelder Spezialitäten, die traditionell am "Fetten Donnerstag" verspeist werden, gehören noch heute die "Sauren Klebchen"; "sure Kleweken" seien das "Hauptnationalgericht der Duderstädter", schrieb 1844 der Heimatschriftsteller Dr. Carl Ludwig Hellrung in seinem Buch "Die Goldene Mark Duderstadt - Dichtung und Wahrheit". In einem kleinen plattdeutschen Lexikon zeichnete er das Rezept der sauren Klebchen auf. "Wäre etwas geeignet, einen Duderstädter in der Fremde heimwehkrank zu machen , so wären es die Kläbchen...":

Man koche in Scheiben gehackte Schweinpfötchen und Beinteile nebst Ohren, Backen und Rüssel in Salzwasser, dann in Essig und Zwiebeln, würzt mit Pfeffer und speise sie warm oder kalt.
Der Name rührt von dem beim Kochen austretenden Gallert her, der schwach klebt. Ursprünglich ein Frühstücksgenuss beim Schützenfest, gab es das Gericht um 1840 auch an Markttagen in den Gasthäusern der Stadt.
In seinem Duderstädter Wörterbuch von "Anreischke bis Wisper" (Kirschen) sind auch weitere lokale Spezialitäten beschrieben. Vergessen ist wohl die "Bamoimen-Wost", eine im Darm geräucherte Wurst, die man zum Frühstück verzehrte, wenn die Bademuhme (Hebamme) gerade ein Kind aus dem Stiegbrunnen bei der Vordermühle geholt hatte. Hackepillus, gehackte Pillen, aus Schweine- oder Hammelfleisch mit Ei, Semmel, Schmand und Zwiebeln hergestellte Klöße, die gebraten wurden, waren nach Hellrung das zweitliebste "Nationalgericht " der Duderstädter, sie sind noch heute als Frikadelle bekannt.

Foto: Eichsfelder Schlachteplatte
Eichsfelder Schlachteplatte
Natürlich rühmt der Heimatdichter neben dem "Feldgyker" insbesondere die Kälberblase als außerordentliche Delikatesse, die allen auswärtigen Würsten - der Göttinger Mettwurst, der Braunschweiger Schlackwurst und der Gothaer Cervelatwurst - vorgezogen zu werden verdiene und daher weit und breit , "sogar über das Meer", versandt wird.
In Zusammenhang mit der Kälberblase erwähnt er auch das "treffliche Duderstädter halbklare Hausbackenbrot", das er in dieser Qualität auf all seinen Reisen nirgends anders gefunden habe. Weitere Backwaren, die auch heute noch bekannt sind, waren der Schmand- und der Zuckerkuchen, auch Flammkuchen werden erwähnt.
Auch der Salzkuchen ist noch heute in Duderstadt bekannt. Zu Hellrungs Zeiten kostete er drei Pfennige und war, halbwarm verzehrt, einer der Frühstücksleckerbissen der Duderstädter. "Diese Kuchensorte kennt man anderswo nicht oder Duderstädter haben sie dort backen gelehrt."- schließt der selbstbewußte Patriot und Gourmet.
 

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