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Amüsantes und
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Duell in Duderstadt 1801
Am Abend des 12. September trafen acht namentlich nicht bekannte Studenten aus Göttingen im Gasthaus "Zur Tanne" ein. Sofort nach ihrer Ankunft sowie nochmals am nächsten Morgen entsandten sie einen Boten auf das Schloss Bodenstein. Um 9 Uhr des 13.09. erschien daraufhin der junge Graf Heinrich Carl Ernst von Wintzingerode, einziges Kind des Reichsgrafen Georg Ernst Levin, im Gasthof zur Tanne und begab sich sofort zu den Studenten im dritten Stock. Zu ihnen gesellten sich nur wenig später weitere acht Studenten, die im benachbarten Gasthaus "Zur Sonne" (Marktstraße) logiert hatten.
Foto: 'Hotel zur Tanne', erbaut 1698
'Hotel zur Tanne', erbaut 1698
Kurz nach 10 Uhr erschienen einige der Studenten im Gastraum und bestellten auf ihr Zimmer reines Wasser, Essig und Branntwein. Einen Doktor oder Chirurgen zogen sie nicht zu Rate. Allerdings ließen sie sich in der Breithaupt´schen Apotheke (heute Löwenapotheke) einige Medizin verabreichen.
Des Nachmittags, als die ganze Gesellschaft im dritten Stock ausgelassen feierte, bemerkte die Wirtin einige unbedeutende Wunden im Gesicht des jungen Grafen und bei zweien der Studenten.
Die städtische Kommission, die den Fall aufzuklären versuchte, ging von einem Duell aus und hielt den beiden Wirtsleuten - Frau Wachtmeister Eikemeier und Substitut David Hellrung - vor, versäumt zu haben, dem Stadtrat unverzüglich die Einquartierung des Grafen und der Göttinger Studenten anzuzeigen. So hätten vielleicht Vorkehrungen getroffen werden können, dieses Duell zu verhindern. Außerdem hätte der Anschein vermieden werden können, das Gasthaus zur Tanne in Duderstadt könne ferner als Sammelplatz für Duelle Göttinger Studenten dienen.
Ein möglicher Grund für dieses Duell könnte in den Schulden des jungen Grafen von Wintzingerode, Sohn des Herzoglich-Württembergischen Wirklichen Etats-Ministers, zu suchen sein. Zwischen Ostern 1800 und Sommer 1801 hatten sich für ihn in Göttingen hohe Schulden angehäuft, die vor allem in Gastwirtschaften entstanden waren. Wegen des Duells in Duderstadt und seiner Schulden wurde er von der Universität Göttingen verwiesen.
Doch dieser Verweis schadete der Karriere des jungen Grafen nicht! Nachdem er 1802 in den württembergischen Staatsdienst eingetreten war, fungierte er als Botschafter u. a. in München, Paris und St. Petersburg. Zwischen 1819 und 1823 bekleidete er den Posten des württembergischen Außenministers.
 

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