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Warum Duderstadt 262 Jahre "unter der Haube" war
Nachdem Duderstadt zwischen 936 und 968 bis zu ihrem Tode der Königin Mathilde als Witwenversorgung gedient hatte, fiel es danach an ihren Enkel König Otto II. zurück. Otto verschenkte 974 den umfangreichen Besitz an seine Schwester Mathilde, die Äbtissin des Stifts Quedlinburg.

Ein Stift wird definiert durch die Stiftung einer Vermögensmasse und ein Kollegium von nach geistlichen Regeln lebenden Personen. Das Servatius-Stift in Quedlinburg war eine Stiftung der Familie der Liudolfinger / Ottonen aus dem frühen 10. Jahrhundert. Es gelangte rasch zur Stellung einer reichsunmittelbaren, nur dem König unterstellten Institution mit weitgespannten Besitzungen - allein im heutigen Untereichsfeld wurde der quedlinburgische Besitz auf etwa 1200 Hufen berechnet.

Die Hufe bezeichnet eine bäuerliche Produktionseinheit, die für die Ernährung einer Familie ausreichte. Der Begriff lebt fort im Ausdruck (Bauern-)Hof. Ihre Größe ist unterschiedlich je nach Bodenqualität, in der Regel ca. 30-32 Morgen Die Äbtissin besaß also allein in der Mark Duderstadt etwa 9000 ha bzw. mindestens 1200 leibeigene (hörige) Bauernfamilien.

Die Reichsfürstin war auch Herrin von Duderstadt, das damals eher als Ort und noch nicht als eine Stadt im Rechtssinne anzusehen ist. Gegenüber der curtis, dem ehemaligen Großhof aus königlichem Besitz, entstand in quedlinburgischer Zeit eine zweite Siedlung von Handwerkern und Kaufleuten im Bereich der heutigen Oberkirche.

Foto: St. Servatius vor dem großen Brande 1915
St. Servatius vor dem großen Brande 1915
Spuren der quedlinburgischen Zeit gibt es kaum noch - mit einer wichtigen Ausnahme. Die heutige Servatiuskirche, ein Bau aus dem 15. Jh., verdankt ihren Namen ihrer Vorgängerkirche, und diese wiederum dem Servatiusstift in Quedlinburg. Der Hl. Servatius war ein in Sachsen beliebter Heiliger, der in ganz Westeuropa verehrt wurde.

Nach 262 Jahren trennte sich die Äbtissin von ihrem weit entfernten Besitz, von dem sie durch das Verkehrshindernis Harz getrennt war, weil die von ihr eingesetzten Verwalter, die Grafen von Regenstein, und deren Unterbeamte, die lokalen Adligen und Ritter, willkürlich mit dem Vermögen des Stifts umgingen. Sie belehnte daher 1236 den Landgrafen Heinrich Raspe von Thüringen und Hessen für 1120 Mark mit Duderstadt.

Die Haube ist das Symbol einer Frau als Landesherrin, sie steht im Gegensatz zum Krummstab, dem Herrschaftszeichen ihres späteren Nachfolgers als Landesherrn, des Erzbischof von Mainz.
 

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