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Amüsantes und
Wissenswertes
Eine Grenze hat Geschichte
Vor 15 Jahren, am 9. November 1989, löste die Pressekonferenz des Politbüromitglieds Günther Schabowski eine unaufhaltbare Lawine aus - das Volk in der DDR führte eine "Abstimmung mit den Füßen" aus. Was in Berlin begonnen hatte, erreichte binnen weniger Stunden das Eichsfeld - die unmenschliche Grenze mit Grenzbefestigungen und Schießbefehl hielt dem Druck der Massen nicht stand, sie zerbröselte, wie wenige Monate später das gesamte System der DDR.
Hinweis auf die Grenze
Hinweis auf die Grenze
Wie war diese Grenze mitten durch Deutschland, mitten durchs Eichsfeld entstanden? Verfolgen wir ihre Geschichte einmal rückwärts. Die "Staatsgrenze West", wie es im Jargon der DDR seit den siebziger Jahren hieß, ist den Älteren besser als die Zonengrenze bekannt, die 1945 zwischen der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und dem scherzhaft sogenannten Trizonesien - der britischen, amerikanischen und französischen Besatzungszone - gezogen wurde, der Demarkationslinie. In den ersten Nachkriegsjahren war die Zonengrenze für Wagemutige noch relativ durchlässig; mit einigen Flaschen Schnaps ließen sich die russischen Soldaten bestechen, einen Grenzübertritt zu tolerieren. Das änderte sich, als deutsche Polizei nach Gründung der DDR die Grenzsicherung zur BRD übernahm.
Die Grenzziehung im Eichsfeld folgte im Wesentlichen der Grenze zwischen den preußischen Provinzen Sachsen und Hannover, die es seit 1866, dem deutsch-deutschen Krieg mit dem Untergang des Königreichs Hannover und seiner Annexion durch Preußen gab. Die Provinzgrenzen von 1866 verliefen an der Grenze des "Stadtgerichts" Duderstadt, deren Verlauf der König von Hannover am 1. Januar 1816 festgelegt hatte.
Auch in den fünfzig Jahren der Existenz zweier deutscher Bundesstaaten zwischen 1816 und 1866, der einander feindlich gegenüberstehenden Königreiche Preußen und Hannover, war die Grenze kein Spaß; viele Klagen gab es in Duderstadt über die schikanöse und kleinliche Überwachung des Grenzverkehrs durch die Preußen, die ihrerseits über den lebhaften und umfangreichen Schmuggel der Duderstädter klagten.
Verfolgt man die Entstehung der Grenze im Eichsfeld im 20. Jahrhundert über ihre konkreten Wurzeln zu Beginn der 19. Jahrhunderts noch weiter zurück, so weisen die ältesten Spuren über die Entstehung des kurmainzischen Eichsfelds im 15. Jahrhundert letztlich zurück bis in die Zeit des Großreichs der Thüringer und der Ausbildung des Sachsenstammes im sechsten Jahrhundert, als deren letzter Überrest noch heute die Sprachgrenze zwischen Niederdeutsch und dem thüringischen Mitteldeutsch angesehen wird.
 

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