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Amüsantes und
Wissenswertes
Aus Bauerwartungsland wird Gartenland
Minna-Hollenbach-Garten, Stadtgarten, Clara-Gerlach-Garten - drei Namen für einen der Bürgergarten, von denen es früher in Duderstadt unzählige gab und die in unseren Tagen deutlich weniger werden. Ein Prozess, der nun seit schon fast 300 Jahren andauert. Der Garten, über dessen Umgestaltung und Umnutzung vor allem für die Bewohner des Altenheims am Park nachgedacht wird, unmittelbar neben dem Gelände der Jahn-Sporthalle (ehemals Garten der evangelischen Kirche) gelegen, hat aus gartengestalterischer Sicht ein Problem.
Der Clara-Gerlach-Garten (ca. 1970)
Der Clara-Gerlach-Garten (ca. 1970)
Die Kuhle, aus Sicht der Christian-Blank-Straße eine Geländeabsenkung, der eine Anhöhung folgt, auf der die Mauer steht, ist eines der ältesten Bodendenkmale von Duderstadt. In der Bodenabsenkung floss einst die Leerensche Rinne, ein Gewässer, das nach der längst verschwundenen Ortschaft Leeren oder Lerne benannt ist. Die Anhöhung ist von Menschenhand geschaffen, sie ist der letzte noch sichtbare Teil des alten Stadtwalles, der wohl im 12. Jahrhundert entstand. Wo heute die Mauer steht, gab es früher als Befestigung Palisaden, angespitzte Holzpfähle, die dann seit der Mitte des 13. Jahrhunderts, wie in vielen anderen Städten auch, durch eine Steinmauer ersetzt wurden. Der heutige Wall entstand erst in den Jahren nach 1500 auf Anordnung des Rates unter der sachkundigen Anleitung des Baumeisters Anreischken und seiner polnischen Spezialistengruppe.
Der Bereich zwischen der nun im Grunde funktionslosen Mauer und dem neuen Wall war in gewisser Weise "Bauererwartungsland" der Frühen Neuzeit - doch die Bevölkerungsgröße der Stadt stagnierte. Die Stadt, um 1400 etwa von 4000 Menschen bevölkert, erreichte diesen Zahlenstand erst wieder um 1880. Die nicht für Wohnzwecke genutzte Grundfläche wurde zum Gartenland. Ganz charakteristisch sind die langen, wenige Meter schmalen Streifen, oft von der Breite eines Wohnhauses, die zwischen Mauer und Wall verlaufen. Zum bequemen Erreichen der Gärten gab es viele Mauerdurchbrüche, die in kriegerischen Zeiten wieder zugemauert wurden.
Anfänglich waren die Gärten wohl reine Nutzgärten, aber wahrscheinlich seit dem späten 17.Jahrhundert, als die ersten Gartenhäuser aufkamen, dienten die Bürgergärten, wie die höfischen Gärten als Vorbild, auch der Belehrung durch seltene, exotische Pflanzen und dem Vergnügen im Freien außerhalb der Häuser.
Das Verschwinden der Bürgergärten, eingeleitet durch die Gründung des Ursulinenklosters nach 1700 und die Schaffung des Klostergartens zwischen Mauer und der Neustadt (Benebenstadt), begleitet die Phasen der Stadtentwicklung vor allem im letzten Jahrhundert - der Ausbau des Schulviertels in der Gartenstraße (heute Christian-Blank-Straße), des Konvikts und einiger Villen in der Kardinal-Kopp-Straße vor dem Ersten Weltkrieg im Norden der Stadt und der Bau der Hauptstelle der Volksbank, des Großraum-Parkplatzes und die Schaffung des LNS-Geländes im Süden in der achtziger und neunziger Jahren.
 

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