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Amüsantes und
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August 1914 - Der Beginn des 1. Weltkrieges in Duderstadt
Auslöser, nicht Ursache für den Ausbruch des 1. Weltkrieges, dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, war das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger, Franz Ferdinand, am 28.06.1914 in Sarajevo. Doch dieser Krieg war keinesfalls ein "Krieg gegen den Terrorismus”, wie man angesichts des Attentats glauben könnte, nein, ihm lagen Ursachen zu Grunde, die teilweise Jahrzehnte zurück lagen. Imperialistische Rivalitäten, wirtschaftliche Streitigkeiten, innenpolitische Erwägungen sowie Präventivkriegsbestrebungen zwischen den gegeneinander gerichteten Allianzen - der "Triple-Entente” ( Frankreich, Russland, Großbritannien) und dem "Dreibund” (Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Italien) - hatten die Atmosphäre in Europa derart vergiftet, dass ein Funke genügte, um Europa in das Chaos zu stürzen.

Am Ende des Krieges im November 1918 hatten die Monarchen in Deutschland, Russland und Österreich-Ungarn ihre Throne verloren, die Donaumonarchie war zerfallen, in Russland hatten die Bolschewiki die Macht übernommen, ja sogar Großbritannien war geschwächt. Die USA traten ihre Rolle als Weltmacht an.
Wie Duderstadt und das Eichsfeld die entscheidenden Tage im Juli und August 1914 erlebten, verdeutlichen einige Informationen, die der "Zeitung für's Eichsfeld" entnommen sind.
Anfangs deutete nur wenig darauf hin, dass der Mord von Sarajevo andere Konsequenzen nach sich ziehen würde als andere politische Morde, von denen es in den letzten Jahren einige gegeben hatte. Doch es sollte anders kommen!
Obwohl schon am 08.07.1914 gewisse Kreise in Wien "ohne jede Rücksicht auf etwaige weitere Verwicklungen eine Abrechnung" mit Serbien forderten, feierte Duderstadt vom 12. bis 14.07. noch in althergebrachter Weise sein traditionelles Schützenfest. Doch in den folgenden Tagen verdunkelte sich die Lage zusehends. Nach der Einquartierung einer Funkerkompanie und einem Sonderappell der Kriegs-Sanitätskolonne stand das Kriegsspiel des Eichsfeldgaus der Deutschen Turnerschaft am Ende der Kriegsvorbereitungen.

Bild: Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen Schüler und Lehrer des Gymnasiums (1923)
Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen Schüler und Lehrer des Gymnasiums (1923)
Die Mobilmachungsorder vom 01.08. wurde in Duderstadt - anders als in vielen anderen Städten, wo Fahnenschmuck, Hurrapatriotismus und siegesgewisse Soldaten das Bild beherrschten - mit "gebührendem Ernst entgegen genommen und besprochen". Allen war klar, dass eine "schicksalsschwere Stunde" in greifbare Nähe gerückt war. "Auf den Straßen war zahlreiches Publikum, die Haltung aller war musterhaft und entsprach dem Ernst der Zeit". In den nächsten Tagen steigerte sich die Nervosität in Duderstadt von Tag zu Tag und begann sich lähmend auf die Energie auszuwirken. Hinzu traten erhebliche Schwierigkeiten bei der Einbringung der Ernte, die durch einen Mangel an Arbeitskräften bedingt war. Den vielen Einwohnern, die ihre Lieben ziehen sahen, versuchte die evangelische Kirche durch die Ansetzung eines allgemeinen Buß- und Bettages am 05.08. Trost zu spenden. Auch die israelitische Gemeinde feierte einen Extra-Gottesdienst.
 

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