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Amüsantes und
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Vom Klosterhof zum Amtsgericht
Erst seit kurzer Zeit sind - nach jahrelangen Bauarbeiten - große Teile von Gerüst und verhüllenden Planen gefallen - ein großer Teil des Pöhlder Hofes ist wieder sichtbar. Das Barockgebäude, ein wahrer Fachwerkpalast, ist in langen Jahren saniert worden. Der Bau, der heute das über 150 Jahre alte Amtsgericht beherbergt, ist nach einem der Großbrände in Duderstadt, der 1720 weite Teile der Hinterstraße (sie war seit dem Mittelalter eine der prominenten Wohngegenden der Stadt) vernichtet hatte, neu errichtet worden. Mit einer Breite von 22 Gefachen gehört er zu den größten und längsten Gebäuden der Stadt. Im Jahre 1803 wurde sein Versicherungswert samt seiner immerhin sechs Nebengebäude mit 13175 Reichsthalern veranschlagt - nach der St. Cyriakus-Kirche mit 30.000 Reichsthalern das wertvollste Gebäude der Stadt. Es war im Besitz des Landesherrn - im Jahr 1803 war das nach einer über 600jährigen Zugehörigkeit zum Erzbistum Mainz für einige Jahre der König von Preußen.
Der Pöhlder Hof in der Hinterstraße
Der Pöhlder Hof in der Hinterstraße
Seinen Namen hat der Pöhlder Hof nach dem Kloster Pöhlde, das 952 von der auch mit Duderstadt eng verbundenen Königin Mathilde gegründet worden ist. Der Königshof, später die Lieblingspfalz der sächsischen Kaiser, ist noch älter als Duderstadt und wurde in der Schenkung von 927/929 ebenfalls erwähnt.
Das Alter dieses Klosterhofs in der Stadt war bisher in der Forschung umstritten. Nach den ältesten Kämmereirechnungen im Stadtarchiv steht inzwischen aber zweifelsfrei fest, dass es diesen Hof seit spätestens 1397 im Bereich der Hinterstraße gegeben hat. Es gab in Duderstadt weitere fünf klösterliche Wirtschaftshöfe: den von Teistungen, Gerode, Worbis, Nordhausen, Göttingen. Aber vor 1700 gab es kein Kloster in der Stadt, denn der Rat fürchtete die Ausbreitung des steuerfreien kirchlichen Besitzes und ließ sich vom Erzbischof von Mainz schon 1358 zusichern, dass kein Kloster in den Mauern der Stadt erbaut werden sollte.
Nach der Zerstörung des Klosters im Bauernkrieg 1525 und der Aufhebung des Klosters durch den welfischen Herzog Philipp I. von Grubenhagen flüchteten die letzten Mönche aus Pöhlde nach Duderstadt, bis die Stadt im Zuge der Reformation fast ganz evangelisch wurde. Der Besitz des Klosters, sofern er im Eichsfeld lag, fiel an den Erzbischof von Mainz, der durch den "Pöhlderhofverwalter", das war in der Regel der Stadtschultheiß, die reichen Pachteinnahmen des ehemaligen Klosters in Duderstadt einziehen ließ.
Nach dem Brand in der Hinterstraße von 1720 wurde der Pöhlder Hof zum Sitz des Gerichts, das zuvor unter freiem Himmel am Platz der heutigen Maria im Lindenzaun getagt hatte. Gerichtsort ist das Gebäude bis heute geblieben, seit 1852 beherbergt es das neu errichtete Amtsgericht. Als Verwaltungssitz der unteren Verwaltungsbehörde diente es bis 1913, damals zog die Kreisverwaltung in das neu errichtete Kreishaus an der Worbiser Straße um, das seit dem Ende des Altkreises Duderstadt am 31.12.1972 zum heutigen Stadthaus wurde.
 

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