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Amüsantes und
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Der Tod aus dem Brunnen - Die Typhusepidemie 1922
Über Jahrhunderte waren Seuchen ein ständiger Gast in Duderstadt. Zu ihnen zählten neben der Pest und der Cholera besonders auch der Typhus. Viele Todesfälle sind auf ihn zurückzuführen.
Typhus, früher auch Nervenfieber genannt, ist eine auf dem ganzen Erdball verbreitete Infektionskrankheit, die von dem 1880 entdeckten Typhus-Bakterium ausgelöst wird. Das etwa 2 mm große stäbchenförmige Bakterium findet sich hauptsächlich im Flusswasser, im Schlamm und im Dünger. Die Infektion erfolgt vor allem durch Trinkwasser und verunreinigte Nahrungsmittel.
Bild: Brunnen am Rathaus/Gropenmarkt
Brunnen am Rathaus/Gropenmarkt
Die Sterblichkeitsrate bewegt sich zwischen 10% und 20% der Infizierten. Besonders die Typhus-Epidemie im Oktober 1881, die bei 40 Erkrankungen 3 Todesopfer forderte und die Epidemie von April bis Juli 1922, die für den Tod von 22 Personen verantwortlich war, gaben den letzten Anstoß, in Duderstadt an Stelle der 20 mit Handpumpen versehenen Kesselbrunnen eine zentrale Wasserversorgung einzurichten.
Nachdem Versuche gescheitert waren, das dafür benötigte Wasser aus den Quellen auf der Talwiese abzuleiten, wurden 1924 die im Wiesengrunde zwischen Ecklingerode und Brehme gelegenen Quellen auf ihre Ergiebigkeit und Brauchbarkeit hin überprüft. Diese Quellen erwiesen sich als so ergiebig und chemisch einwandfrei, dass am 02.08.1926 mit dem Bau der Wasserleitung in Duderstadt begonnen wurde. Die Inbetriebnahme der zentralen Wasserleitung einschließlich der Kanalisation erfolgte im Sommer 1928.
Zur Landesausstellung "Natur im Städtebau" 1994 wurde die Brehme symbolisch wieder offengelegt. Die Verbindung der Stadt mit ihrem Flusslauf, die seit den Anfängen der Stadt bestanden hatte, wurde durch die Maßnahmen von 1924-1928 radikal modernisiert, und diese Modernisierung war nachhaltig. Sie überstand die deutsche Spaltung, den "Kalten Krieg" und die Wiedervereinigung. Die Fachleute der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe durften die Duderstädter Wasserversorgungsanlage auch zu DDR-Zeiten inspizieren, auch wenn ein solcher Besuch häufig Wellen bis Berlin schlug. Nach der Wende modernisierte die EEW 1990/1991 die Wasserversorgung der "Brunnendörfer" Ecklingerode, Brehme, Ferna durch eine moderne zentrale Wasserversorgung Für Duderstadt und die Brehme bedeutete das Eintreten der Moderne durch die Maßnahmen der EEW aber, dass der alte Duderstädter Nachtwächterspruch "Heute wird bekannt gemacht, dass niemand in die Brehme macht, denn morgen wird gebraut" endgültig seine Bedeutung verlor.
 

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