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Amüsantes und
Wissenswertes
Verbote und Strafen zur Hochzeit
Den 04.04.04 haben sich viele Paare als Hochzeitsdatum für die standesamtliche Trauung ausgesucht - Grund genug, sich einmal mit den Hochzeitssitten und Gebräuchen vor einigen Jahrhunderten zu beschäftigen.
Seit dem 16. Jahrhundert sind Hochzeitsordnungen des Duderstädter Rats bekannt und sind seit dem in dem Rechtsbuch der Stadt, nach seinem Einband das "Rote Buch" genannt, aufgezeichnet. Ziel der wohlmeinenden Obrigkeit war es, durch Verbote zu hohe Ausgaben für die Brautleute und deren Eltern bei den Einladungen von vielen Gästen zu verhindern. Dass die Bestimmungen oft übertreten wurden, zeigt das Register der Einnahmen an Strafen.
Bild: Eine Hochzeitsgesellschaft auf dem Weg von der standesamtlichen Trauung im Rathaus in die Kirche
Eine Hochzeitsgesellschaft auf dem Weg von der standesamtlichen Trauung im Rathaus in die Kirche
Das erste Essen gaben Bräutigam und Braut für je sechs "Hochzeitsbitter", die zur Hochzeit einluden. Am Abend vor der Hochzeit sollten nicht mehr als 40 Schüsseln serviert werden, das entspricht 80 Gästen - ungerechnet Väter, Mütter und Geschwister und deren Verwandte, die Spielleute, Kellner und Köche. Auch Diener der Gäste wurden nicht mitgezählt. Die Gäste kamen am Morgen der Hochzeit zur "Brautsuppe" zurück und wurden dann mittags und abends noch einmal bewirtet.
Die Brautleute sollten niemandem ein Geschenk machen außer Vater, Mutter und Geschwistern sowie Verwandten, im Wert von höchstens je einem Gulden. Auch sollte niemandem Essen aus dem Hause des Bräutigams zugeschickt werden - ausgenommen waren allerdings der Schulmeister und der Türmer. Zu allen Hochzeiten hatten die Stadtpfeifer das Recht, Musik zu machen und bekamen dafür eine Achtelmark als Mindestlohn. Wer aber nicht tanzen wollte, durfte sich mit Erlaubnis der Stadtverwaltung auch Trompeter holen und auf die Stadtpfeifer verzichten. Der gemeinsame Besuch von Bräutigam und Braut mit Gästen im Badehaus wurde allerdings strikt untersagt.
Am Freitag nach der Hochzeit sollte der Brautvater auf dem Rathaus beeiden, dass alle Bestimmungen eingehalten worden waren, sonst musste er eine Strafe von fünf Mark entrichten. Um zu verhindern, dass weitere Gäste von "Strohmännern" eingeladen wurden, erging das Gebot, dass 14 Tage vor und nach der Hochzeit die Hochzeiter keinerlei weitere Aufwendungen haben sollten.
Nach all den detaillierten Bestimmungen gab es aber noch ein Schlupfloch - wer sich nicht an die Bestimmungen halten wollte, sollte der Stadt zwei Mark geben und konnte dann so viele Gäste einladen wie er wollte.
 

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